Der Hedging-Rechner berechnet den Einsatz einer Gegenwette, mit der Sie einen möglichen Gewinn absichern oder einen Verlust begrenzen können. Geben Sie Einsatz und Quote Ihrer ersten Wette sowie die verfügbare Quote des Gegenereignisses ein. Der Rechner zeigt den Gegeneinsatz für gleiche Auszahlungen und das Nettoergebnis in beiden Szenarien.
Was bedeutet Hedging bei Sportwetten?
Hedging, auch Wettabsicherung genannt, bedeutet, eine Gegenwette abzuschließen, um einen Gewinn festzuschreiben oder einen Verlust zu begrenzen. Hat sich die Situation seit Ihrer ersten Wette verändert, etwa weil eine Mannschaft das Finale erreicht oder ihre Livequote gesunken ist, kann eine Gegenwette ein positives Nettoergebnis sichern. Dafür müssen die Wetten alle möglichen Ergebnisse ohne Überschneidung abdecken und nach passenden Regeln abgerechnet werden. Ein Sieg und eine Niederlage allein decken beispielsweise ein Fußballspiel mit möglichem Unentschieden nicht vollständig ab.
Die Absicherung verringert in diesem Modell die Schwankung Ihres Ergebnisses: Sie verzichten auf einen Teil des großen möglichen Gewinns, um das Ergebnis bei einem anderen Ausgang zu verbessern. Daraus entsteht allein kein Vorteil gegenüber dem Buchmacher. Ob sich auch der Erwartungswert verändert, hängt von den Wahrscheinlichkeiten, der Quote der Gegenwette und möglichen Gebühren ab. Ein festgeschriebenes Ergebnis kann positiv, null oder negativ sein.
Die Formel gleicht die Auszahlungen beider Wetten vor Einsatzrundung an. Auszahlung und Nettogewinn sind verschiedene Größen: Von der Auszahlung der jeweils gewonnenen Wette müssen Sie den ersten Einsatz und den Gegeneinsatz abziehen. Ein positiver Betrag ist nur dann in beiden Szenarien gesichert, wenn die zwei Ergebnisse einander ausschließen, zusammen sämtliche Abrechnungsfälle abdecken und beide Wetten zu den angegebenen Quoten angenommen werden. Abweichende Regeln, Stornierungen und Gebühren können das Ergebnis verändern.
Beispiel: Sie haben 5.000 Einheiten zur Quote 3,00 gesetzt. Für das passende Gegenereignis beträgt die Quote 1,80. Ohne Einsatzrundung ergibt sich:
Der Rechner zeigt Geldbeträge auf ganze Einheiten gerundet an, rechnet intern aber mit dem ungerundeten Gegeneinsatz. Seine Anzeige von 8.333 Einheiten ist deshalb keine erneute Berechnung mit genau diesem gesetzten Betrag. Setzen Sie tatsächlich 8.333 Einheiten, erhalten Sie im zweiten Szenario 8.333 × 1,80 = 14.999,40 Einheiten. Die Nettoergebnisse betragen dann +1.667 beziehungsweise +1.666,40 Einheiten.
Das Formular berechnet zwei Ergebnisse mit einer Gegenwette. Bei einem Markt mit drei Ergebnissen müssen Sie die übrigen Ergebnisse separat absichern oder einen passenden zusammenfassenden Markt verwenden. Alle Beträge sind neutrale Einheiten; verwenden Sie für beide Einsätze dieselbe Einheit. Der Einsatz muss positiv und jede Quote größer als 1 sein. Die Quotenschieber reichen von 1,01 bis 20,00; manuell eingegebene höhere Quoten können ebenfalls berechnet werden. Punkt und Komma werden als Dezimaltrennzeichen verarbeitet. Geben Sie nur die Zahl ein, ohne Tausendertrennzeichen oder angehängte Wörter: Die Eingabe wird als Zahlenanfang gelesen, sodass ein angehängter Text nicht zwingend eine Fehlermeldung auslöst. Ohne lesbaren Zahlenanfang oder bei einem Einsatz von höchstens null beziehungsweise einer Quote von höchstens 1 werden die Ergebnisse ausgeblendet. Eine Null beim gültig berechneten Nettoergebnis bedeutet dagegen weder Gewinn noch Verlust.
Wann kann eine Absicherung sinnvoll sein?
Eine Absicherung kommt vor allem dann infrage, wenn Ihnen ein begrenztes Risiko wichtiger ist als der größtmögliche Gewinn. Ob sie einen Gewinn festschreibt, müssen Sie anhand der tatsächlich verfügbaren Gegenquoten prüfen.
- Das letzte Spiel einer Kombiwette. Sind bei einer Kombiwette aus fünf Ereignissen bereits vier Tipps gewonnen und steht eine große Auszahlung bevor, kann eine vollständige Absicherung des letzten Ereignisses einen Teil des Gewinns sichern. Berechnen Sie zunächst die mögliche Auszahlung mit dem Kombiwetten-Rechner.
- Eine Langzeitwette bei veränderter Ausgangslage. Angenommen, Sie haben vor Saisonbeginn auf den Meister zur Quote 10,0 gesetzt. Die Mannschaft führt inzwischen die Tabelle an und ihre Quote beträgt im Rechenbeispiel nur noch 1,50. Entscheidend für den Gegeneinsatz sind jedoch die Quoten sämtlicher anderer noch möglicher Meister, nicht allein die neue Quote Ihrer Mannschaft.
- Livewetten. Sie haben beispielsweise Über 2,5 Tore zur Quote 2,00 gespielt. Nach zwei Toren in der ersten Halbzeit kann die Quote für Unter 2,5 steigen. Über und Unter müssen sich auf dieselbe Torlinie und denselben Abrechnungszeitraum beziehen.
- Ein großer Betrag im Verhältnis zur Bankroll. Wie schwer ein Verlust wiegt, hängt von Ihrem verfügbaren Wettbudget ab. Das Kelly-Kriterium hilft bei der Einsatzplanung, verlangt dafür aber eine unabhängig geschätzte Gewinnwahrscheinlichkeit. Es entscheidet nicht allein aus den Quoten, ob eine bestehende Wette abgesichert werden sollte.
Beispiele für die Absicherung von Sportwetten
Die folgenden Beispiele verwenden ausdrücklich angenommene Gegenquoten. In jeder Zeile ergänzen sich die beiden Wetten vollständig; die Regeln stimmen überein, und Gebühren werden nicht berücksichtigt.
| Situation |
Erste Wette |
Gegenwette |
Nettoergebnis |
| Kombiwette: vier von fünf Tipps gewonnen |
1.000 Einheiten × 15,0; Auszahlung 15.000 |
7.500 Einheiten auf das Gegenereignis im fünften Spiel zur angenommenen Quote 2,00 |
+6.500 Einheiten in beiden Szenarien |
| Wette auf den Turniersieger: zwei Finalisten übrig |
3.000 Einheiten × 8,0; Auszahlung 24.000 |
12.000 Einheiten auf den anderen Turniersieger zur angenommenen Quote 2,00 |
+9.000 Einheiten in beiden Szenarien |
| Livewette auf die Torzahl |
2.000 Einheiten × 2,10; Auszahlung 4.200 |
1.400 Einheiten auf die ergänzende Torwette zur angenommenen Quote 3,00 |
+800 Einheiten in beiden Szenarien |
Zur Einordnung der Quoten können Sie die Buchmachermarge des vollständigen aktuellen Marktes berechnen. Eine geringere Marge kann günstigere Quoten ermöglichen; das konkrete Absicherungsergebnis ergibt sich aber aus Ihren Einsätzen und den ausführbaren Quoten. Für Kombinationen einer Systemwette verwenden Sie den Systemwetten-Rechner. Mit einer eigenen Wahrscheinlichkeitsschätzung können Sie außerdem den Value einer Gegenwette prüfen.
Wettabsicherung in der Praxis: Schritt für Schritt
Betrachten wir den gesamten Ablauf anhand eines angenommenen Pokalszenarios: vom ursprünglichen Einsatz bis zum abgesicherten Nettoergebnis. Die genannten Quoten dienen der Rechnung und sind keine aktuellen Angebote.
Die Situation. Vor Saisonbeginn haben Sie 3.000 Einheiten auf FK Krasnodar als Sieger des russischen Pokals zur Quote 7,00 gesetzt. Die mögliche Auszahlung beträgt 21.000 Einheiten. Krasnodar erreicht im Beispiel das Finale gegen ZSKA Moskau. Angenommen, die Quoten auf den Pokalsieg lauten jetzt 1,65 für Krasnodar und 2,30 für ZSKA. Beide Wetten betreffen den Turniersieger einschließlich der Entscheidung nach einer möglichen Verlängerung oder einem Elfmeterschießen. Eine Gegenwette nur auf den Sieg nach regulärer Spielzeit wäre keine vollständige Absicherung dieser Pokalsiegerwette.
Schritt 1: Abwägen, ob Sie absichern möchten. Ohne Gegenwette verlieren Sie bei einer Niederlage des gewählten Pokalsiegers 3.000 Einheiten. Gewinnt Krasnodar den Pokal, beträgt Ihr Nettogewinn 21.000 − 3.000 = 18.000 Einheiten. Entscheidend ist, ob Sie dieses Risiko behalten oder einen Teil des möglichen Gewinns gegen ein besseres Ergebnis im anderen Szenario eintauschen möchten.
Schritt 2: Den Gegeneinsatz für gleiche Nettoergebnisse berechnen.
Ohne Einsatzrundung beträgt der Nettogewinn in beiden Szenarien 8.869,565… Einheiten. Für die folgende Tabelle setzen wir tatsächlich 9.130 ganze Einheiten auf ZSKA. Dadurch unterscheiden sich die Auszahlungen geringfügig.
Schritt 3: Das Nettoergebnis für jeden Ausgang berechnen.
| Ergebnis |
Auszahlung |
Gesamteinsatz |
Nettogewinn |
| Krasnodar gewinnt den Pokal |
3.000 × 7,00 = 21.000 Einheiten |
3.000 + 9.130 = 12.130 Einheiten |
+8.870 Einheiten |
| ZSKA gewinnt den Pokal |
9.130 × 2,30 = 20.999 Einheiten |
3.000 + 9.130 = 12.130 Einheiten |
+8.869 Einheiten |
Mit den zu diesen Quoten angenommenen Wetten und passenden Regeln beträgt der Nettogewinn somit mindestens 8.869 Einheiten, bevor zusätzliche Kosten berücksichtigt werden. Ohne Absicherung wären es entweder +18.000 oder −3.000 Einheiten. Die ursprüngliche Ergebnisspanne von 21.000 Einheiten wurde durch die gerundete Gegenwette auf eine Differenz von einer Einheit reduziert.
Schritt 4: Nur teilweise absichern. Wenn Sie Krasnodar weiterhin bevorzugen, aber das Verlustrisiko begrenzen möchten, können Sie einen kleineren Gegeneinsatz wählen. Setzen Sie beispielsweise 4.000 statt 9.130 Einheiten auf ZSKA:
- Krasnodar gewinnt: 21.000 − 3.000 − 4.000 = +14.000 Einheiten.
- ZSKA gewinnt: 4.000 × 2,30 − 3.000 − 4.000 = +2.200 Einheiten.
In diesem konkreten Beispiel bleibt das Nettoergebnis bei beiden Pokalsiegern positiv, während Sie mehr Gewinnpotenzial auf Krasnodar behalten. Eine Teilabsicherung ist jedoch nicht allgemein in jedem Szenario profitabel. Prüfen Sie jeden möglichen Ausgang mit dem tatsächlich gewählten Gegeneinsatz.
Schritt 5: Mit einem Cashout vergleichen. Wenn Ihr Anbieter einen Cashout anbietet, können Sie die Wette vorzeitig gegen einen festen Auszahlungsbetrag schließen. Nehmen wir hier einen angebotenen Cashout von 7.000 bis 8.000 Einheiten an. Das ist die erhaltene Auszahlung, nicht der Nettogewinn: Nach Abzug des ursprünglichen Einsatzes von 3.000 bleiben 4.000 bis 5.000 Einheiten. Die gerundete Gegenwette sichert im Beispiel mindestens 8.869 Einheiten Nettogewinn. Der Cashout-Nettogewinn liegt damit um 3.869 bis 4.869 Einheiten oder rund 43,6 bis 54,9 Prozent darunter. Diese Differenz gilt nur für die angenommenen Angebote; sie lässt sich nicht als allgemeine Cashout-Gebühr deuten.
Ein Cashout ist meist einfacher, weil Sie keine zweite Wette berechnen und platzieren müssen. Ob sich ein manueller Hedge lohnt, hängt von der Differenz der Nettoergebnisse, dem benötigten zusätzlichen Einsatz und der Verfügbarkeit der Quoten ab. Auch bei einem ursprünglichen Einsatz von 2.000 bis 3.000 Einheiten ist eine mögliche Differenz von 200 bis 500 Einheiten lediglich eine Annahme für einen Vergleich, keine feste Regel. Rechnen Sie die konkreten Angebote durch, bevor Sie sich entscheiden.
Wann ist eine Absicherung profitabel und wann nicht?
Eine Absicherung kann das Risiko reduzieren, ohne einen Gewinn zu erzeugen. Für die Entscheidung sind daher sowohl die Mathematik der Wetten als auch Ihre Risikotoleranz wichtig.
Eine profitable Absicherung wird möglich, wenn:
1. Die Quote des Gegenereignisses ausreichend hoch ist. Bei unveränderter erster Wette sinkt der benötigte Gegeneinsatz mit steigender Gegenquote. Für zwei vollständige, passend abgerechnete Ergebnisse ohne Gebühren ist der ausgeglichene Nettogewinn genau dann positiv, wenn das Produkt der beiden Quoten größer als ihre Summe ist.
2. Sie ein für Ihre Bankroll bedeutendes Risiko begrenzen möchten. Eine mögliche Kombiauszahlung von beispielsweise 50 Prozent der Bankroll kann für Ihre Entscheidung erheblich sein. Die Auszahlung ist dabei nicht dasselbe wie der bereits riskierte Einsatz. Das Risikomanagement mit dem Kelly-Kriterium verlangt eine eigene Wahrscheinlichkeitsschätzung; allein aus einer möglichen Auszahlung lässt sich keine optimale Absicherung ableiten. Auch eine Einsatzquote von 10 bis 15 Prozent ist keine allgemeingültige Grenze für professionelle Spieler.
3. Sie die günstigeren ausführbaren Gegenquoten nutzen können. Mit dem Margenrechner lässt sich der aktuelle vollständige Markt vergleichen. Margen von beispielsweise 3 bis 5 Prozent beziehungsweise 10 bis 15 Prozent beschreiben die Quotenstruktur eines Marktes. Sie sagen nicht unmittelbar, wie viel Nettogewinn ein bestimmter Hedge kostet; dafür müssen Sie dessen tatsächliche Gegenquote einsetzen.
Eine Absicherung kann unprofitabel oder wenig sinnvoll sein, wenn:
1. Die Gegenquote zu niedrig ist. Angenommen, Sie haben 2.000 Einheiten auf Über 2,5 Tore zur Quote 1,90 gesetzt. Nach zwei Toren bis zur 70. Minute wird für Unter 2,5 im Beispiel eine Quote von 1,30 angenommen. Ohne Einsatzrundung gilt:
Sie würden also in beiden abgedeckten Szenarien einen Verlust von rund 1.123,08 Einheiten festschreiben. Die verfügbare Gegenquote reicht für einen positiven Hedge nicht aus. Aus einer einzelnen Quote von 1,30 lässt sich jedoch weder die Höhe der gesamten Buchmachermarge noch deren Veränderung ableiten.
2. Der mögliche Verlust für Ihre Bankroll gering ist. Bei einem ursprünglichen Einsatz von beispielsweise 1 bis 2 Prozent der Bankroll können zusätzlicher Kapitalbedarf und Aufwand gegen eine Absicherung sprechen. Das ist eine individuelle Abwägung, kein mathematischer Beweis, dass kleine Wetten niemals abgesichert werden sollten.
3. Die Gegenwette einen ungünstigen Erwartungswert hat. Liegt Ihre unabhängig geschätzte Gewinnwahrscheinlichkeit für die erste Auswahl weiterhin über ihrer durch die Quote implizierten Wahrscheinlichkeit, kann die erste Wette einen positiven Erwartungswert haben. Daraus folgt nicht automatisch der Erwartungswert der Gegenwette. Eine zusätzliche Wette mit negativem Erwartungswert verringert die erwartete Gesamtprofitabilität, kann aber dennoch das Ergebnisrisiko reduzieren.
Die genaue Gewinnbedingung: Für die Quoten d₁ und d₂ gilt ohne Gebühren d₁ × d₂ > d₁ + d₂, gleichbedeutend mit 1/d₁ + 1/d₂ < 1. Bei Gleichheit ist das ausgeglichene Nettoergebnis null. Ein Quotenprodukt über 4,0 allein reicht nicht aus: Bei 4,00 und 1,20 ist das Produkt 4,80, die Summe aber 5,20; die Absicherung ist verlustreich. Ein Produkt unter 3,0 und auch der Bereich von 3,0 bis unter 4,0 erlauben bei zwei Quoten größer als 1 keinen positiven ausgeglichenen Gewinn. Berechnen Sie das Ergebnis deshalb aus beiden Quoten, statt nur deren Produkt zu betrachten.
Der Einfluss der Marge: Die Quoten der ersten Wette und der Gegenwette können jeweils eine Buchmachermarge enthalten. Diese Marge ist keine separat abgezogene pauschale Einsatzgebühr. Eine Markt-Marge von jeweils 5 Prozent lässt sich deshalb nicht einfach zu 8 bis 10 Prozent Kosten des Gesamtumsatzes zusammenrechnen. Bei niedrigen Quoten, etwa 1,20 bis 1,40, kann der benötigte Gegeneinsatz besonders groß werden. Ziehen Sie stets sämtliche Einsätze von der jeweiligen Auszahlung ab und berücksichtigen Sie zusätzliche Gebühren, sofern sie anfallen. Der Rechner enthält dafür kein eigenes Gebührenfeld.
Kombiwetten und Livewetten absichern
Kombi- und Livewetten sind typische Anwendungsfälle für die Wettabsicherung. Entscheidend ist in beiden Fällen, dass Sie die noch offenen Ergebnisse vollständig erfassen.
Eine Kombiwette absichern. Sie haben eine Kombiwette aus vier Ereignissen mit einem einzigen Gesamteinsatz von 1.000 Einheiten abgeschlossen. Drei Tipps sind bereits gewonnen. Die Gesamtquote beträgt 12,50, die mögliche Auszahlung also 12.500 Einheiten. Es fehlt noch Lokomotiv Moskau gegen Rostow; Ihr Kombitipp lautet Sieg Lokomotiv zur ursprünglichen Quote 1,85.
Für das letzte Spiel nehmen wir folgende Quoten im Dreiwegemarkt nach regulärer Spielzeit an:
- Sieg Lokomotiv: 1,85.
- Unentschieden: 3,60.
- Sieg Rostow: 4,50.
Eine vollständige Absicherung muss hier sowohl das Unentschieden als auch den Sieg Rostows abdecken. Die Rechnung 12.500 / 1,85 = 6.756,756… Einheiten entfernt lediglich den Quotenfaktor des letzten Tipps aus der Kombiauszahlung. Dieser Wert ist weder ein angebotener Cashout noch automatisch der Marktwert des Wettscheins. Um die tatsächlichen Auszahlungen auszugleichen, müssen beide Gegenwetten jeweils auf die vollständige mögliche Kombiauszahlung von 12.500 Einheiten zielen.
Die Gegeneinsätze und das Nettoergebnis ohne Einsatzrundung lauten:
Diese Dreiwegerechnung ist ein ergänzendes Beispiel; das Formular oben berechnet nur eine Gegenwette. Eine Alternative ist der Markt Doppelte Chance X2, also Unentschieden oder Sieg Rostow, sofern er zur gleichen Spielzeit und nach passenden Regeln angeboten wird. Dann lässt sich die Absicherung mit einer einzigen Gegenwette berechnen. Verwenden Sie deren tatsächliche Quote; sie ergibt sich nicht automatisch aus einer der drei Einzelquoten. Die mögliche Kombiauszahlung können Sie mit dem Kombiwetten-Rechner prüfen.
Eine Livewette absichern. Livequoten können sich rasch ändern, und Märkte können zeitweise geschlossen werden. Ein angenommenes Beispiel:
- Sie setzen vor dem Spiel 3.000 Einheiten auf einen Sieg von Zenit zur Quote 2,20.
- In der 60. Minute führt Zenit 1:0. Die angenommenen Livequoten im gleichen Dreiwegemarkt lauten: Sieg Zenit 1,25, Unentschieden 5,00, Sieg des Gegners 10,00.
- Sie möchten das Nettoergebnis angleichen, weil das Spiel noch nicht entschieden ist.
Für zwei zusätzliche Wetten auf die übrigen Ergebnisse ergibt sich:
Das Ergebnis gilt nur, wenn beide Gegenwetten tatsächlich zu diesen Quoten angenommen werden und alle drei Wetten denselben Abrechnungszeitraum haben. Ein Tor, eine rote Karte oder eine andere Spielsituation kann die Quoten verändern oder eine Annahme verhindern. Nach einer Wartezeit von zwei bis drei Minuten sind die vorherigen Quoten nicht reserviert. Schon eine beispielhafte Quotenbewegung von 0,30 bis 0,50 verändert den nötigen Gegeneinsatz; wie schnell oder in welcher Richtung sie auftritt, lässt sich daraus nicht vorhersagen. Prüfen Sie nach jeder angenommenen Wette die verbleibenden Szenarien erneut.
Eine Kombiwette teilweise absichern. Sie müssen nicht zwingend alle übrigen Ergebnisse abdecken, behalten dann aber ein offenes Risiko. Würden Sie im Livebeispiel nur 660 Einheiten auf den Sieg des Gegners und nichts auf das Unentschieden setzen, ergäben sich +2.940 Einheiten bei einem Sieg Zenits, +2.940 bei einem Sieg des Gegners und −3.660 beim Unentschieden. Zwei der drei Ergebnisse wären positiv, das dritte bliebe verlustreich. Die gleiche Logik gilt für den letzten offenen Tipp einer Kombiwette; eine Gegenwette auf nur einen anderen Ausgang ist keine vollständige Absicherung.
Auch bei Livewetten beeinflusst die Marge die angebotenen Quoten. Markt-Margen von beispielsweise 8 bis 12 Prozent live und 4 bis 6 Prozent vor dem Spiel können als Vergleichsannahmen dienen, sind aber keine allgemeingültigen aktuellen Werte. Aus solchen Prozentzahlen allein lässt sich das Ergebnis eines Hedges nicht bestimmen. Die Entscheidung kann neben dem erwarteten Gewinn auch Ihre Risikotoleranz berücksichtigen. Für die mögliche Gesamtauszahlung einer Kombiwette verwenden Sie den Kombiwetten-Rechner.
Kombiwetten mit mehreren offenen Spielen. Sind bei einer Kombiwette aus sechs bis acht Ereignissen noch zwei Tipps offen, reicht es nicht, nur die anderen Ergebnisse des letzten Spiels zu betrachten. Verliert der vorletzte Tipp, zahlt die Kombiwette nichts aus, während die zusätzliche Gegenwette ebenfalls verlieren kann. Sie können die Entscheidung aufschieben, bis der vorletzte Tipp gewonnen ist, und dann das letzte Spiel absichern. Eine gleichzeitige Teilabsicherung beider Spiele, etwa mit Doppelter Chance, muss dagegen über sämtliche gemeinsamen Ergebniskombinationen geprüft werden. Sie ist weder automatisch vollständig noch grundsätzlich günstiger.
Für einen Quotenvergleich können Sie zwei bis drei Anbieter heranziehen, sofern Sie deren Angebote nutzen können und die Wettregeln übereinstimmen. Eine höhere ausführbare Gegenquote verringert den nötigen Einsatz. Beim ersten Rechenbeispiel mit 5.000 Einheiten zur Quote 3,00 sinkt der ungerundete Gegeneinsatz beispielsweise von 8.333,333… bei einer Gegenquote von 1,80 auf 7.575,757… bei 1,98. Die um 10 Prozent höhere Gegenquote verbessert das ausgeglichene Nettoergebnis somit um rund 757,58 Einheiten auf rund 2.424,24 Einheiten. Das ist eine Rechenannahme, keine Zusage bestimmter Quotenunterschiede oder einer festen Dauer für deren Vergleich.
Eine vollständige Absicherung gleicht die Nettoergebnisse der abgedeckten Szenarien an und reduziert dadurch deren Streuung. Sie begrenzt den großen möglichen Gewinn ebenso wie den möglichen Verlust. Daraus folgt keine allgemeine Regel, dass die Trefferquote immer steigt oder der ROI immer fällt. Für den ROI muss das Nettoergebnis durch die Summe aller zugehörigen Einsätze geteilt werden; eine höhere Auszahlung allein belegt keine höhere Rendite. Auch beim typischen Beispiel eines Favoriten, der live 1:0 führt, müssen Unentschieden und Außenseitersieg passend abgedeckt werden. Der Rechner bestimmt den Gegeneinsatz für gleiche Auszahlungen, nicht den nach Wahrscheinlichkeiten optimalen Einsatz, und zieht keine gesonderten Gebühren ab.
Weitere Rechner
- Buchmachermargen-Rechner – die Marge aus den Quoten eines vollständigen Marktes berechnen.
- Value-Bet-Rechner – eine Quote mit Ihrer eigenen Wahrscheinlichkeitsschätzung vergleichen.
- Kelly-Rechner – anhand einer unabhängig geschätzten Gewinnwahrscheinlichkeit den rechnerischen Bankroll-Anteil bestimmen.
- Kombiwetten-Rechner – Gesamtquote und mögliche Auszahlung berechnen.
- Systemwetten-Rechner – die Kombinationen einer Systemwette durchrechnen.
- Quoten-Umrechner – zwischen Dezimalquoten, Bruchquoten und amerikanischen Quoten umrechnen.